19. Dezember 2020
- Protokoll
Tres Hombres

La Palma (Von Kapitän Andreas Lackner)

Die ersten beiden Betäubungssegel gesellten sich heute zu unserem schönen Rigg und wurden mit Zimtschnecken aus unserer französischen Küche gefeiert. Beim ersten Anzeichen von Passatwinden bauten wir die Ausleger und Blöcke von der Steuerbordseite ab und montierten alles auf der Luvseite, wobei wir mehr oder weniger nach Süden fuhren, auf der Suche nach mehr Wind und mehr Sonne!

Anne Flore hinterließ mir auf La Palma ein strahlendes Schiff und eine Mannschaft, und man konnte sehen, dass sich die verwitterten Gesichter auf eine ruhigere Fahrt freuten, als sie es bei der Abfahrt von Den Helder erlebt hatten.

La Palma ist der Ort, an dem man in der Natur sein und entspannen kann, während man über Berge wandert oder in fabelhaften Piratenhöhlen schwimmt, was alle hier, weit weg vom abgeschotteten Europa, genossen haben. Da Fracht mein Job ist und ich wissen muss, was wir an Bord laden, waren meine Ausflüge weniger gesund, aber dennoch fruchtbar, da wir jetzt den besten Rum, Wein, Mojo und Salz von der Insel an Bord haben.
Die Aldea-Brennereien luden erneut die gesamte Crew zu einer reichhaltigen Mahlzeit und Rumverkostung ein, während Jose und ich die Sherry- und Portweinfässer, die wir leer aus Spanien und Portugal mitgebracht hatten, mit seinen besten Rumsorten füllten! Auch ein Fass des berühmten Malvasia aus Constantio und Nancy sowie deren Weine und ein paar exklusive Flaschen von Victoria aus Fuencaliente gesellten sich zum Schiff.

Jetzt sind wir beladen und bereit für ein paar Meilen auf dem offenen Meer, für einen ungefilterten Blick auf den Himmel, wie man ihn eben in der unbeleuchteten Natur hat. Eine glitzernde, sich bewegende Halbkugel, manchmal angehalten und von Adriaans Sextanten in Zahlen verwandelt. An Deck eine ebenso aufgeklärte Crew, geleitet von Lennos und Mikes und Daniels Geschichten, die auch ohne Internet immer wieder ans Licht kommen.

Hier draußen können die Planeten und all diese längst verschwundenen Sterne die Einsamkeit der gewöhnlichen Rahsegler in Momenten einfangen, in denen der Betrachter des Nachthimmels nur seine Geliebten wahrnimmt.

Grüße,
Andreas

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