Heute nicht mein bester Freund – die Kombüse – mein bester Freund (by David Schynoll)

03:15 Uhr. Eine helle Nacht. Vollmond.

Interessiert mich gerade nicht. Brennender Schmerz fließt meine linke Hand entlang. Die Kaffeekanne darf ich deshalb aber nicht loslassen, sonst ist die Sauerei perfekt. Also, Welle abwarten, dann neuer Versuch.
Diesmal erreicht das kochende Wasser sein Ziel. Den Kaffeefilter. Jetzt nur noch aufpassen, dass der Kaffee auch in der Kanne bleibt. Wenn die Kollegen um 04:00 ihre Nachtschicht beginnen, werden sie sich darüber freuen. Nach dem Kaffee ist der Tee dran, das geht wenigstens schneller, ist bei dem Seegang diese Nacht aber nicht weniger riskant. Dann noch nach dem Brotteig für den nächsten Morgen schauen. Sieht gut aus, also schnell wieder raus aus der Kombüse. Draußen lässt das Übelkeitsgefühl langsam nach. Die Luft und der Blick auf den Horizont helfen.

Was erwartet mich auf einer Atlantiküberquerung?
Übelkeit in der geschlossenen Kombüse, daran habe ich vor Reiseantritt auf jeden Fall nicht gedacht. Nach zwei Tagen, die ich mit grünen Gesicht überwiegend über der Reeling verbracht habe, bleiben die Mahlzeiten nun zumindest dort wo sie hingehören. Aber zu mir nehmen tue ich sie doch lieber noch immer auf dem Deck, an der frischen Luft. Die Kombüse und ich sind noch keine Freunde geworden. Die Kollegen hingegen, die schon länger auf See sind, sitzen während den Mahlzeiten schwatzend und lachend um den Tisch gequetscht und schlagen sich die Bäuche voll. Kein Anzeichen von Übelkeit bei ihnen. Zum Dessert frische Papaya oder ein dick bestrichenes Erdnussbutter-Marmeladenbrot. Das gibt mir Grund zur Hoffnung.

Dieser schwankende Raum, der das Vordeck vom Mittelschiff trennt, 2,5 auf 2,5 Meter groß, zu beiden Seiten eine Tür, offen ist meist nur die im Lee. Bei jeder Welle hebt und senkt sich der Raum um mich. Neigt sich nach rechts, neigt sich nach links. Ach nein, Steuerbord und Backbord heißt das ja. Mein Magen gibt mir zu Verstehen, dass er sich mit dem Segelvorhaben noch nicht so ganz angefreundet hat.

(zwei Tage später)
Wir haben es durch die Mona-Passage, zwischen der Dominikanischen Republik im Westen und Puerto Rico im Osten geschafft und segeln jetzt seit zwei Tagen auf dem Atlantik. Das Meer ist hier deutlich ruhiger. Nach einer entspannten Nachtschicht sitze ich gemeinsam mit meiner “watch” in der Kombüse beim Frühstück. Es gibt warmes Porridge mit frischen Südfrüchten. Lecker. Dazu Chaitee. Der Captain erzählt Geschichten von der ersten Überfahrt der Tres Hombres. Wir haben viel zu lachen. Ganz automatisch gleicht meine Hand mit der Müslischale den Wellengang aus. Draußen rauscht das Meer. Vor einer Stunde hatten wir einen tollen Sonnenaufgang.
Ich fühle mich richtig wohl hier am Frühstückstisch.

 

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Tres Hombres blog: The smoothness of heaven

While I’m not particularly attached to a certain religion where a god is involved, and while I
don’t particularly believe in something, I apparently do have a certain idea of the feeling of
heaven.
Of course heaven can just refer to anyone’s ultimate dream so in that case it doesn’t
matter if you’re religious or not. But anyways, this morning I was wondering if heaven would
feel something like this. A complete serene surrounding, all this water kept itself so quiet and
almost dissolved in the sky. And then the sunrise came. A forest of clouds being on fire on the horizon.
Sea and skycovered in copper glaze.

While we humans are out there in society, running around, talking, working, worrying, this is
just here all the time. Everyday the sun rises to give us another day over and over again.
Even if we don’t look at it, it’s there. This is of course an idea philosophers have been
questioning, but at least it was the feeling it gave me: This is just here all the time, so
big and endless. It is no one’s property and we have the privilege to look at it.

Then the sun was completely visible and that was when the intensity and brightness of the
light that was all around us, made me wonder about heaven. It’s not that this is my ultimate
dream in the sense that I never want to leave again. Because if we stay drifting around here
like we do, we will run out of food at some point and we will end up eating banana peals with
marmite and we’ll never reach the other side of the ocean.
But if my heaven could have this
serenity, endlessness and peace, that would be a great basis to spend the rest of eternity.

Judith
Cook