Fitness-Studio “Tres Hombres”- by Rolf Draether

Picture is from 2013

DATE: 4nov15 GMT:1100 POS: 42º30.8′ N,17º23.6′ W COG: 120º SOG:7kts

GENERAL SYNOPSIS: ON BOARD THE TRES HOMBRES

WIND DIR:south-west

WIND SPD:4bfts

CLOUDS:total overcast of nimbus cumulus

SEA STATE:calm

SEA TEMP:16ºC

AIR TEMP:14ºC

AIR PRES:1009hPa

Fitness-Studio “Tres Hombres” – Rolf Draether

Seit ueber einer Woche sind wir schon wieder auf See und arbeiten uns nach Sueden vor. Richtung Kanaren, nach La Palma.
Dazu waere Wind aus Nord natuerlich ideal. Aber die vielbeschworenen Trade-Winds sind bisher ausgeblieben. Wer weiss, welchem Gott der Winde wir ueber die Fuesse gesegelt sind, ohne uns angemessen zu entschuldigen? Und so muessen wir es nehmen wie es kommt. Meisstens am Wind entlang, Full&By.

Und waehrenddessen arbeiten wir an unserer Fitness. Unser Fitness-Studio heisst “Tres Hombres” und ist ein Open Air Komplex, denn wir sind immer an der frischen Luft.
Das Trainingsprogramm schreiben uns der Wind und die Wellen. Und das Schiff, denn das steht keinen Augenblick still. Und jede seiner Bewegungen will ausgeglichen werden:
1) Unsere gesamte Rumpfmuskulatur trainieren wir, indem wir mit stetigen kleinen Bewegungen das Becken und den Rumpf ueber den Knie- und Fussgelenken ausbalancieren. Aufrecht stehen bleiben heisst diese Uebung.

2) Rund um die Uhr erhalten Bizeps und Trizeps in Kombination mit Ruecken- und Brustmuskulatur ihre Trauiningseinheiten, wenn das Schiff um die Laengsachse rollt und wir uns bei der Wache am Kartenhaus abstuetzen oder an der Safetyline einen Klimmzug machen.

3) Die Nackenmuskulatur wird durch das staendige Kopfkreisen gestaerkt, mit dem wir in alle Richtungen nach Schiffen und Lichtern Ausschau halten.

4) Das Ganze wird ergaenzt und abgerundet durch kurze intensive Workouts, wenn wir ins Rigg klimmen, Segel setzen oder bergen oder trimmen und wie die Hoelle an den Seilen ziehen.

5) Und dann, wenn man auf dem Haeuschen sitzt und Wasser und Tee in den ewigen Kreislauf zurueckfuehrt, kommen auch noch Yoga- oder Qigong-Praktiken zum Einsatz, denn (so meine ganz persoenliche Erfahrung) es ist eine kleine Herausforderung, genau diesen einen Muskel zu entspannen, waehrend alle anderen weiter unter Spannung bleiben, so dass der Koerper in dem engen Raum nicht hin- und herpoltert. ;o)

Tja, und dann ist ein Tag Flaute (also gar kein Wind) und man koennte meinen, dann ist mal Trainingspause. Aber weit gefehlt. Denn dann sorgen Seegang und das Schiff fuer ganz besonders unberechenbare Bewegungen. Und so manches Mal fuehle ich mich auf dem Weg vom Bug zum Heck wie ein Kandidat auf dem Laufsteg des “Ministry of Silly Walks”.

Fuer abwechslungs- und energiereiche Ernaehrung sorgt nach wie vor unsere Galley. Und wenn sich ein Fisch in unseren Koeder verliebt, dann gibt es die Extraportion Eiweiss, die die Muskeln fuer’s Wachsen brauchen. Gestern war es ein wundervoller, sieben Kilo schwerer Thunfisch, der uns ein aeusserst schmackhaftes Dinner bescherte.

Die Reise und das Training gehen weiter und so werden wir mindestens so fit und gesund in La Palma ankommen, wie wir Douarnenez verlassen haben.

Und vielleicht finden wir in den naechsten Tagen ja auch noch die Trade-Winds

Rolf Draether

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