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Am Anfang war der Rum. Denn Rum ist das erste, was die TRES HOMBRES aus der Karibik nach Europa transportierte, und wahrscheinlich hätte ich nie von der TRES HOMBRES erfahren, wenn es bei dem Schiff nicht auch um Rum ginge.

Jetzt haben wir den ersten Rum der Transatlantikreise 2014/15 an Bord. Fünf Fässer der Destillerie Ron Aldea wurden auf La Palma in den Bauch der TRES HOMBRES geladen. Davon zwei gefüllt mit einem neuen, biologisch hergestellten Rum und drei Fässer mit 15 Jahre altem, in französischen Eichenfässern gelagerten Rum.

Auf La Palma haben wir aber nicht nur die Fässer mit Rum geladen, sondern auch die Gelegenheit genutzt, die Destillerie mit der gesamten Mannschaft zu besichtigen.

Der Familienbetrieb, den es übrigens schon seit fast neunzig Jahren auf den Kanaren gibt, hat heute seinen Sitz in San Andrés, circa eine Stunde mit dem Auto nördlich von Santa Cruz de la Palma. Die Fahrt dorthin führt über kurvige Straßen und durch unzählige Tunnel, immer entlang der Küste. Ganz so wie es typisch für die Insel ist. Gerade oder ebene Wege gibt es hier nicht.

San Andrés liegt inmitten von Bananenplantagen, malerisch gelegen oberhalb von Klippen aus schwarzem Vulkangestein. Es ist, auch wenn es zunächst vielleicht anders klingt, kein besonders spektakulärer Ort. Eher einer von vielen auf La Palma, denn wo immer sich zwischen der steilen Küste und den ebenso steilen Bergen ein wenig Platz findet, wird dieser für die Landwirtschaft genutzt. Und Bananen scheinen bei den Bauern der Kanareninsel die erste Wahl zu sein.

Kaum zu glauben, dass neben den Bananenplantagen auch noch Platz für Zuckerrohr ist. Wahrscheinlich ist es, im Vergleich zur Bananenproduktion, auch nicht viel Zuckerrohr, das auf La Palma angebaut wird. Aber es reicht, um in San Andrés jedes Jahr 120 Tausend Liter Rum zu produzieren.

Der Ort, an dem das geschieht, die Destillerie Ron Aldea, ist, ähnlich wie die Umgebung, gar nicht so spektakulär. Aber trotzdem interessant. In zwei gelb gestrichenen Gebäuden spielt sich alles ab. Zwischen März und Mai wird in dem einen Gebäude das Zuckerrohr gepresst, der daraus entstandene Saft fermentiert und schließlich gebrannt. Das andere Gebäude, direkt gegenüber, dient als Lagerhaus und Showroom für die Touristen, die ab und an mit einer der Bustouren über die Insel hier halten, oder auf anderem Wege hier her finden.

Gebrannt wird der Rum übrigens in einer Anlage, die mindestens so alt ist wie die Destillerie selbst und die man bequem in einer Wohnung unterbringen könnte. Okay, aufgrund der Höhe der kupfernen Zylinder müsste sie ins Treppenhaus. Aber im Grunde ist es ein erstaunlich kleiner Apparat, in dem nur mit Hilfe eines Holzfeuers und ein wenig Physik aus vergorenem Zuckerrohrsaft Rum gemacht wird.

Natürlich gehörte zu unserer Besichtigung auch ein Tasting. Über ein Dutzend verschiedene Rumsorten und Liköre stellt die Destillerie her. Von den Klassikern unterschiedlich lang gelagerter Rums über sehr holzig schmeckende Sorten bis zum typisch kanarischen Honig-Rum ist alles dabei. Die Liköre sind dabei sicherlich nicht jedermanns Fall, und zumindest mir haben auch die holzigen Sorten “Familia” und “Superior” nicht zugesagt. Aber mir schmecken auch keine torfigen Whiskeys. Aus den gleichen Gründen. Die Standards, vom Blanco über den Anejo bis zum sehr dunklen 8 Jahre gelagterten Gran Anejo, trafen allerdings meinen Geschmack. Sehr zu empfehlen! source: www.1000meilenwind.de

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Pictures by 1000meilenwind.de / wolfgang heisel

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