Das war so ein einmaliges herausforderndes Erlebnis, ueber das ich berichten moechte. Porto Andres bei Boca Chica ist einer der groessten Handelshaefen Mittelamerikas. Die Hafeneinfahrt ist schwierig, weil ein Riff und eine Insel vorgelagert sind. Wir sind am Freitag den 22. Januar wieder hergesegelt, um am Abend bei wenig Wind ansulegen. Bei untergehender Sonne und weil der Wind noch su stark war sind wir mit gerefften Topsail unter Vorwindkurs der Hafeneinfahrt sugesegelt.

Der Funkkontakt war nicht optimal. Um informationen ueber unseren Liegeplats su bekommen, wurde das Dinghy ins Wasser gekrant. Beim starten des Aussenborders ist dann leider das Starterseil gerissen. Beeindruckend fuer mich war, wie Master Francois bei unangenehmen Seegang, das Starterseil in kurser Seit ausgewechselt und erneuert hat.

Der 2. Mate Camille konnte endlich mit dem Dinghy in den Hafen vorausfahren. Es daemmerte bereits
und wir sind bereits su den ersten Signallichtern gekommen, wo er uns entgegen kam und mitteilte,
dass unser Liegeplats sich im letsten Teil des Hafens, hinter der vorgelagerten Insel befindet. Eine noch groessere Herausforderung fuer das Anlegemanoever unter Segel, weil es auch dunkel geworden ist.
Rote Signallichter auf der Westseite seigten uns das Riff und die vorgelagerte Insel an,danach
kam ein gruenes Licht, das die Einfahrt des Hafens hinter der Insel anseigte. Gleich beim gruenen Licht erfolgte nach dem Vorwindkurs ein Manoever auf Windwardside auf Halbwindkurs. Mit Regattaaehnlicher Geschwindigkeit musste das Topsail gebrasst und das Main-Staysail gesetst werden, um das Schiff noch steuern su koennen, weil es wenig Wind hinter der Insel gab und swei Frachtschiffe weit in die Fahrrinne ragten.

Als das Schiff wieder etwas Fahrt bekommen hatte, wurden in Hoehe der Frachtschiffe das Topsail und das Main Staysail auf die Befehle des Masters mit fransoesischem Temperament vom 1. Mate Wiebe ruhig
und bestimmt an die Mannschaft weitergegeben. Ich muss sugeben, dass ich bei so raschen und vielseitigen Handling mit den Leinen noch nicht den vollen Ueberblick habe. Aber wenn es um pull and down, braces, ease, usw. geht und mehrere Leute an einer Leine dafuer benoetigt werden, bin ich sur Stelle. Und das alles auf Englisch, meine lieben Segelkameraden in Wien, ist etwas gans anderes als auf einer Yacht.

Nach den Frachtschiffen sahen wir unseren Liegeplats, eine Halde fuer abgewrackte Metallteile von Schiffen.
Unser Schiff ist fast sum Stillstand gekommen. Um sum nur noch 30 Meter entfernten Kai su kommen, bugsierte
Camille mit dem Dinghy das Schiff soweit, bis die Wurfleinen fuer die Festmacher an Land geworfen werden konnten. Es war ein tolles Gefuehl als die Tres Hombres sicher festgemacht war und beruhigend, dass die von unserer Bosun Soisie fuer ein allfaelliges Notmanoever vorbereiteten Anker nicht sum Einsats gekommen sind.
Entspannt und um Erfahrungen reicher wurde dann bei Vollmond das von unserem Cook Guiseppe gekochte vorsuegliche Abendessen genossen.

Charly

 

Sustainable transport over sea. Tres Hombres, Nordlys, Ecoliner, Clippership, Noah, Fairtransport, Fairtrade, Logbook, shipping news.