Tres Hombres blog: Und weiter geht die wilde Jagd

Tres Hombres blog: Und weiter geht die wilde Jagd

Ahoi! Da steht Jorne an Deck, winkend mit seinem Hut, während die Tres Hombres gemächlich an unserem Schlepper vorbeisegelt Richtung Schleuse in IJmuiden. 8 Monate war sie weg, durch tropische Hitze, atlantische Stürme, Englischen Nebel und am Ende noch 2 Wochen Gegenwind…
Vollbeladen ist sie mit allem was wir uns wünschen von der Karibik und Südamerika, Kaffee, Kakaobohnen, Rum, Kokosöl…und einer crew die aussieht käme sie gerade zurück von der Entdeckung Amerikas.
Kurz vor der Schleuse werden die Segel eingeholt und der Schlepper macht längsseits fest, wonach die lang vermissten Liebsten der crew an Bord springen und sich in die Arme fallen. Kaum ist unser Schiff fest am Kap der grünen Hoffnung in Amsterdam, wird die Ankunft der tapferen Seeleute zünftig gefeiert und Geschichten und Rum fließen in Strömen…

Sobald der Nebel sich lichtet wird gleich begonnen mit sail-training, die neue crew vermischt sich mit der alten, die noch ein bisschen festhängt am Seelenmagneten Tres Hombres und die old hands zeigen den neuen die Leinen mit der Ruhe und Einsicht die einem nach einer solchen Reise bleibt.
Werft braucht sie jetzt keine, Jorne hat das Schiff in einwandfreiem Zustand übergeben, mit frischem Teer, Lack und Leinöl, wie es Tradition ist auf der großen Segelschifffahrt.

Nach nur einer Woche im Hafen, in der 40 Tonnen Fracht und 13 Besatzungsmitglieder das Schiff verlassen haben, ist eine neue Crew angeheuert und eingewiesen und ein neuer Auftrag angenommen: Wein für Amsterdam muß geholt werden, Biodynamischer Wein aus Rioja und Bordeaux.
Ruurd, unser Supercargo, hält am Sonntag vor der Abfahrt noch eine Weinverkostung mit den spanischen Weinbauern an Bord, wobei lokale Weinhändler Ihre Bestellung aufgeben und Verträge geschlossen werden.
Am Montag früh geht’s los, unser Freund und Anteilhalter Ramiro schleppt uns in gemütlichem Tempo auf dem Nordzeekanaal zu den Seeschleusen, während Steuerfrau Shimra die Sicherheitseinweisung mit der Crew vornimmt. Kaum öffnen sich die Schleusentüren setzen wir alle Rasegel und der Schlepper bleibt mit einem herzlichem Salut vom Horn zurück, wie auch die Gewohnheiten vom Land, das Internet, das Bier nach der Arbeit und die Zeitung mit all den Neuigkeiten von denen wir auf dem Ozean gar nichts wissen wollen.

Der Rhythmus beginnt sofort, alle neuen Gesichter die eigentlich noch gar nicht fertig sind mit Staunen und sich realisieren wo sie sind, werden zur Arbeit an Deck, zum Essen und Schlafen geschickt. Jeder Augenblick eine neue Erfahrung der sich in ihre Seele brennt. Noch in derselben Nacht kommt uns die Nordlys entgegen, die roten Segel wie Schimmer aus einer anderen Zeit, hart am Wind und vollbeladen mit Wein und Olivenöl. Lammert kämpft seit 10 Tagen gegen den Nordostwind an, wir haben ihn von hinten und verlassen ein paar Stunden nach der Begegnung schon wieder die Nordsee…
Das ist das Leben im Gleichgewicht mit der Natur, so wie´s geht geht´s, ob´st willst oder net. The law of limited competition, jeder hat das Recht mit zu spielen im Leben, die Spielregeln stellt die Natur.
Funktionieren tut´s nur wenn wir nicht falsch spielen oder faul sind, mit Motoren zum Beispiel, die uns das Abenteuer der Seefahrt rauben, oder anderen Maschinen die uns das Denken und unsere Kraft nehmen. Des Geldes willen.
Moderne Reeder wissen nichts von der See oder den Menschen auf Ihren Schiffen. So hart wie es ist, um erschöpft gegen Strömung und Wind an zu kreuzen, so schön ist ein Sonnenuntergang vor dem Wind mit vollem Bauch. Es ist an uns um unser Dasein im Einklang mit der Natur zu verbringen, respect the law of limited competition, komm an Bord eines Segelfrachters.

Kapitän Andreas

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